Pressemitteilung: Für Studierenden-Austausch trotz Brexit

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Der FDP-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Göttingen, Konstantin Kuhle, setzt sich dafür ein, dass die Kooperation zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland auch nach einem Ausscheiden des Landes aus der Europäischen Union fortgesetzt wird. Kuhle, der unter anderem Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union ist, befragte die Bundesregierung zu ihrer Haltung hinsichtlich der britischen ERASMUS-Mitgliedschaft.

Mit dem Programm ERASMUS+ können in jedem Jahr zahlreiche Studierende aus Deutschland ein Auslandssemester an einer europäischen Hochschule im Ausland verbringen. Umgekehrt können viele europäische Studierende ein Auslandssemester in Deutschland verbringen. Neben den derzeit 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gehören als sogenannte Mitgliedsländer unter anderem auch die Türkei und Norwegen dem Programm ERASMUS+ an. Die derzeitige Finanzierungsperiode des Programms dauert noch bis ins Jahr 2020. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs von Großbritannien gesichert. Derzeit ist unklar, ob das Vereinigte Königreich auch nach einem Brexit den Status eines Mitgliedslandes haben wird.

Dazu erklärt Kuhle: „Die junge Generation im Vereinigten Königreich war die einzige, die gegen den Brexit gestimmt hat. Es wäre falsch, jetzt genau diese Generation zu bestrafen. Wenn die Hochschulen im Land und die Studierenden es wünschen, dann muss das Vereinigte Königreich auch nach 2020 und nach einem Ausscheiden des Landes aus der Europäischen Union weiterhin am Programm ERASMUS+ teilnehmen dürfen.“

Zur Bedeutung der deutsch-britischen Wissenschaftskooperation für die Region erklärt Kuhle: „Für den Hochschulstandort Göttingen ist das Thema von besonderer Bedeutung, weil sich anhand der Frage nach einer zukünftigen Zusammenarbeit im Programm ERASMUS+ die Planlosigkeit aller Akteure im Umgang mit dem Brexit zeigt: Wie werden wissenschaftliche Kooperationen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien in Zukunft finanziert? Welche Möglichkeiten des Austausches zwischen Wissenschaftlern sowie zwischen britischen und deutschen Unis gibt es nach einem Ausscheiden des Landes aus der Europäischen Union? Werden Studierende aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien im jeweils anderen Land künftig so behandelt, als wären sie Nicht-EU-Ausländer? Zu all diesen Fragen hat sich die Bundesregierung bisher nicht erklärt, sondern verweist auf den weiteren Fortgang der Verhandlungen.“

„Es ist zwar richtig, gegenüber dem Vereinigten Königreich hart zu verhandeln. Dabei dürfen aber die Interessen der deutschen Hochschulstandorte, der Studierenden und der Wissenschaft nicht unter die Räder geraten. Mit einer klaren Aussage pro ERASMUS+ könnte die Bundesregierung ein deutliches Zeichen an die junge Generation und an die Wissenschaft senden, dass unabhängig von einem Ausscheiden des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union allen Beteiligten weiterhin an einem wissenschaftlichen Austausch gelegen ist.“